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Der Buddhismus

Shakyamuni Buddha lebte vor über 2500 Jahren in Indien. Er war ein Mensch mit demselben spirituellen Potential wie wir alle. Er verwirklichte vollkommene Erleuchtung und verbrachte dann den Rest seines Lebens damit, uns den Pfad zum erwachten Herz und zur Befreiung vom Leidenskreislauf aufzuzeigen. Seit der Zeit Buddhas haben sich viele Traditionen des Buddhismus entwickelt. All diese vermittelten die Essenz der Lehre Buddhas in einer Art und Weise, die der jeweiligen Zeit und Kultur entsprach.

Die Meditationstradition der Stillen Reflexion

Diese buddhistische Tradition stammt ursprünglich aus China und wurde in Japan unter dem Namen Soto-Zen bekannt. Sie ist seit Jahrzehnten auch im Westen vertreten. Ihre wesentlichen Merkmale sind:
                                
-    Die Übung der Meditation.

-    Das Einhalten der Tugendregeln, um auf eine heilsame Weise zu denken, zu sprechen und zu handeln.
 
-    Die Lehre, dass alle Lebewesen die Buddha-Natur haben.

-    Mitgefühl und Dankbarkeit, die ihren Ausdruck in selbstlosem Tun finden.

Die Meditation

Die Meditation der Stillen Reflexion läutert unser Herz und verbindet uns mit der Quelle der Güte. Sie hilft  uns, die wahre Natur alles Seins zu erkennen. Meditation ist daher in dieser Schule des Buddhismus die Grundlage der spirituellen Übung. Meditieren heißt in dieser Tradition, still zu sein mit einem offenen und wachen Geist, der im gegenwärtigen Moment verweilt. Dabei lassen wir Gedanken und Gefühle auf natürliche Weise aufkommen und vorüberziehen, ohne uns in ihnen zu verfangen oder sie zu unterdrücken.

Die Tugendregeln im Soto-Zen

Die Übung der Meditation findet ihre unverzichtbare Ergänzung in den Tugendregeln und im achtsamen Leben. Die Tugendregeln zeigen uns auf, wie wir im Einklang mit unserem wahren Herz leben können. Wir befolgen sie, um kein Leid zu schaffen und für andere von wirklichem Nutzen zu sein. Die grundlegenden Tugendregeln wurden im Soto-Zen vom Großen Meister Dogen in dieser Form übermittelt:

Die Drei Zufluchten

     Ich nehme Zuflucht zu Buddha,
     der Quelle der Lehre.

    
     Ich nehme Zuflucht zum Dharma,
     der Lehre Buddhas.

     Ich nehme Zuflucht zur Sangha,
     der Gemeinschaft derjenigen, die der Lehre Buddhas folgen.

Die Drei Reinen Tugendregeln

     Höre auf, Übles zu tun.
     Dies ist die Grundlage der spirituellen Übung. Die Wahrheit kann sich nur zeigen, wenn wir von dem ablassen, was Verwirrung und Leid schafft.

     Tu nur Gutes.
     Wenn wir aufhören, auf eine unheilsame Weise zu handeln, wird es das natürliche Bestreben unseres Herzens, das zu tun, was gut ist.

     Tu Gutes für andere.
    Gutes zu tun beinhaltet, unser Leben und unsere Handlungen auf das Wohl aller Lebewesen auszurichten.

Die zehn Tugendregeln

  1.  Ich werde nicht töten.
  2.  Ich werde nicht stehlen.
  3. Ich werde nicht begehren.
  4.  Ich werde nichts Unwahres sagen.
  5.  Ich werde den Wein der Verblendung nicht verkaufen.
  6.  Ich werde nicht auf abschätzige Weise über andere sprechen.
  7.  Ich werde nicht stolz auf mich sein und andere herabsetzen.
  8.  Ich werde nicht kleinlich sein beim Geben von Dharma oder von Reichtum.
  9.  Ich werde keinen Ärger hegen.
10.  Ich werde die Drei Kostbarkeiten Buddha, Dharma und Sangha nicht entwürdigen.

Das Wissen um die Tugendregeln entsteht aus rechtem Verstehen, das immer Hand in Hand mit Mitgefühl  gehen sollte. Die feste Absicht und unser aufrichtiges Bemühen, so gut wir können nach den Tugendregeln zu leben, klären unsere Sicht und unser Handeln.

Alle Wesen haben die Buddha-Natur

Die Buddha-Natur ist unsere wahre Natur und die Wirklichkeit alles Daseins. Nichts ist davon ausgeschlossen. Lebewesen und sämtliche Komponenten des Daseins haben kein unveränderliches, eigenständiges Selbst. Aus Unwissenheit darüber sind wir in Anhaftung, Abneigung und Täuschung gefangen. Unsere wahre Natur ist rein und vollkommen. Aufgrund dessen haben wir im Herzen eine wahre Zuflucht, die uns lehrt und führt, wenn wir uns nach ihr richten. Wenn wir erkennen, dass die Buddha-Natur aller Wesen genau dieselbe ist, wird es unser Bestreben, alle Lebewesen zu achten und zu respektieren. Es ist möglich, uns und andere mit Güte zu betrachten, auch wenn wir uns dessen bewusst sind, was in unseren eigenen Taten und denen unserer Mitmenschen ungut ist.

In der Schule der Meditation der Stillen Reflexion können wir dem Weg als Laienschüler und als Mönch oder Nonne folgen. Im Orden der Buddhistischen Kontemplativen herrscht sowohl im spirituellen Bereich als auch in der Ausübung priesterlicher Funktionen völlige Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern.

Mitgefühl und Dankbarkeit

Wenn sich durch die Praxis der Meditation und die Übung im Alltag unsere Ichbezogenheit vermindert, öffnet sich das Herz und Mitgefühl nimmt zu. Dies sollte seinen Ausdruck in unseren konkreten Handlungen finden.
 
Alle inneren Zustände und äußeren Umstände zeigen uns letztendlich auf, was von uns gebraucht wird, damit sich unser Geist und unsere Handlungen von Verwirrung läutern können. Wenn wir dies erkennen, fällt es uns leichter, allem, was im Leben auf uns zukommt, mit Dankbarkeit zu begegnen.

Der Wunsch, allen Wesen so gut wir können beizustehen und für ihr Wohl tätig zu sein, wächst auf natürliche Weise, wenn wir angerührt sind von dem großen Erbarmen, das trotz des Leides in dieser Welt dem Dasein zugrunde liegt.

Avalokiteshwara, Bodhisattva des Mitgefühls, die
den Nektar des Erbarmens über die Welt gießt

 

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